Kategorie: Literaturwissen
-
Buchtipp: »The Art of Fiction«
»The instruction here is not for every kind of writer—not for the writer of nurse books or thrillers or porno or the cheaper sort of sci-fi—though it is true that what holds for the most serious kind of fiction will generally hold for junk fiction as well.« Mit dieser Ansage beginnt John Gardner seinen Schreibratgeber…
-
Buchtipp:»Plotting and Writing Suspense Fiction«
Wer schon ein paar Schreibratgeber gelesen hat, wird in Patricia Highsmiths »Plotting and Writing Suspense Fiction« vermutlich nicht viel Neues entdecken. Das Buch erschien erstmals 1966 und wurde in den 1980er-Jahren überarbeitet; viele Tipps sind also schon bekannt und manches ist sicherlich veraltet (Digitalisierung, ahoi! 🤖). Der Titel ist zudem ein wenig irreführend, denn –…
-
Der heilige Makel
Zahllose Geschichten lassen sich auf ein simples Muster herunterbrechen: Die Hauptfigur hat einen heiligen Makel, der durch den Plot herausgefordert wird. Mit heiligem Makel ist dabei ein (meist unbewusster) Glaubenssatz gemeint, eine fest verankerte Idee davon, wie die Welt funktioniert und welche Rolle man in ihr einnimmt. Wie der Name bereits verrät, ist diese Idee…
-
Warum Meryl Streep ein schlechtes Vorbild ist (zumindest für Romanautoren)
Eine hochgezogene Augenbraue, geschürzte Lippen oder ein Blick ins Leere – manchmal braucht es bei Schauspielern wie Meryl Streep nicht viel mehr und trotzdem ist alles gesagt. Doch was auf der Leinwand funktioniert, lässt sich nur schwer auf die Buchseite übertragen. »TV prose« nennt der Schriftsteller Lincoln Michel Literatur, die stark von visuellen Medien wie…
-
Weinst du oder ist das der Regen? Gedanken zu Setting, Charakterisierung und pathetic fallacy
Über das Setting, über Landschaften, Räume und Objekte lassen Figuren sich hervorragend charakterisieren. Der Tritt in ein kaltes Stück Pizza nach dem Aufwachen, der Blick aus dem frisch von der Haushälterin geputzten Fenster auf den blauen Pool oder das ziellose Umherirren durch in Neonlicht getauchte, regennasse Straßen verraten bereits viel über die Figuren, ohne dass…
-
Wo kommen eigentlich diese 12 Archetypen her?
Vermutlich hast du auch schon einmal von den 12 Archetypen gehört, oder? Unter dem Begriff werden Figuren mit Namen wie der Weise, der Krieger und der Narr zusammengefasst, die gewisse universelle Grundtypen verkörpern sollen und auch fürs Storytelling genutzt werden können. Oft wird in diesem Zusammenhang der Name des Schweizer Psychiaters Carl Gustav Jung genannt…
-
Warum ich nicht von »Vampir-Verben« spreche
Bestimmte Verben wie »sehen«, »hören«, »fühlen« oder »spüren« sind unter Generalverdacht geraten: Manchen gelten sie als sogenannte »Vampir-Verben«, die Texten die Kraft aussaugen und unbedingt gelöscht werden müssen. Warum es sich lohnen kann, bei diesen Wörtern genauer hinzuschauen. Sachlicher kann man diese Gruppen von Verben »Filterverben« nennen; das, was eine Figur hört, sieht oder fühlt,…
-
Wie schreibt man den Titel auf den Buchrücken?
Wenn du dich vor dein Bücherregal stellst und die Titel auf den Buchrücken lesen willst, wohin neigst du dann deinen Kopf? Nach links? Nach rechts? ⬅️ Wenn du den Kopf nach links neigen musst, um die Schrift besser entziffern zu können, handelt es sich vermutlich um ein deutsches Buch, vielleicht auch um eines aus Frankreich,…
-
Buchtipp: »Spannend schreiben«
Der Klappentext zu »Spannend schreiben. Krimi, Mord- und Schauergeschichten« verspricht einen Schreibverführer (!), eine Schreibwerkstatt und kreative Ansätze zum Ausprobieren. Doch statt Sinnlichkeit und Praxisnähe erwartet die Leser vor allem eine nüchtern-akademische Abhandlung über die Entwicklung der Spannungsliteratur. Kenntnisreich führt Christian Schärf von der Gothic Novel und Poe zum Thriller à la Highsmith und landet…
-
Camp
Camp ist ein komplexes Phänomen, das seine Ursprünge in der queeren Subkultur hat. Es bezeichnet eine Art der Wahrnehmung, bei der man Kulturprodukte genießt, obwohl sie im klassischen Sinne keine »gute Kunst« sind. Egal ob bei Werken aus der Hochkultur, die an ihrem eigenen Anspruch scheitern, oder bei Produkten der Trivialkultur, an die solche Ansprüche…
