Was haben Baron Harkonnen, die Dursleys und die Meerhexe Ursula gemeinsam? Wie bei zahllosen anderen Antagonisten aus Film, Fernsehen und Literatur wird bei ihnen die moralische Verwerflichkeit an das äußere Erscheinungsbild gekoppelt. Die Bösewichte sind entweder dick, behindert oder queer gecodet, machmal auch alles zugleich.
Solche Klischees sind einerseits ein effektives und erprobtes Mittel, um dem Publikum zu vermitteln, wo eine Figur moralisch steht, und die Sympathien zu steuern. Andererseits werden so Stereotype weiterverbreitet, die für Betroffene schädlich sein können und erzählerisch eigentlich ausgedient haben sollten.
Attribute wie Körpergewicht, Behinderung und Queerness sollten nicht verwendet werden, um Antagonisten interessanter erscheinen zu lassen. So werden problematische Traditionen fortgeschrieben und es wird Othering betrieben: Marginaliserte Gruppen werden als grundlegend andersartig, fremd und bedrohlich dargestellt, was sich auch auf die Repräsentation im wirklichen Leben auswirkt.
Genauso fragwürdig und vorhersehbar ist die bloße Umkehrung solcher Klischees. Die teuflische Schönheit mit engelsgleichem blondem Haar und Porzellanteint etwa hat man auch schon oft genug gesehen. Stattdessen sollten Bösewichte wie die Helden idealerweise Tiefgang besitzen, komplex sein und glaubwürdig dargestellt werden. Das Äußere kann dabei das Innenleben widerspiegeln, aber bitte ohne Klischees aus der Mottenkiste.
Hast du einen Lieblingsbösewicht? Humpelt der, hat der eine Narbe im Gesicht oder widerspricht er heteronormativen Vorstellungen?
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