Wer schon ein paar Schreibratgeber gelesen hat, wird in Patricia Highsmiths »Plotting and Writing Suspense Fiction« vermutlich nicht viel Neues entdecken. Das Buch erschien erstmals 1966 und wurde in den 1980er-Jahren überarbeitet; viele Tipps sind also schon bekannt und manches ist sicherlich veraltet (Digitalisierung, ahoi! 🤖).
Der Titel ist zudem ein wenig irreführend, denn – wie Highsmith selbst schreibt – geht es hier weniger um die Eigenheiten des Thriller-Genres als vielmehr um das Schreiben im Allgemeinen. Laut der Autorin ist der Unterschied zwischen einem Thriller und jedem anderen Buch eh nur die permanente Androhung von Gewalt.
Lesenswert ist das Buch dennoch: Für Schreibanfänger, die sich mit Grundsätzen des Schreibhandwerks vertraut machen wollen, und für Leser, die Highsmiths Romane und Kurzgeschichten schätzen. Die Autorin beschreibt nämlich ausführlich ihren eigenen Schreibprozess und verzichtet dabei meist auf verallgemeinernde Ratschläge.
Stattdessen ruft die dazu auf – auch in Anbetracht von Fehlschlägen und Misserfolgen –, der eigenen künstlerischen Stimme zu folgen und sich individuellen Begabungen sowie Neigungen hinzugeben.
Fazit: Mehr als ein Ratgeber ist »Plotting and Writing Suspense Fiction« ein interessanter Werkstattbericht und ein Plädoyer für gut gemachte Geschichten, egal ob im Genre- oder Literaturliteraturkontext.
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