»The instruction here is not for every kind of writer—not for the writer of nurse books or thrillers or porno or the cheaper sort of sci-fi—though it is true that what holds for the most serious kind of fiction will generally hold for junk fiction as well.«
Mit dieser Ansage beginnt John Gardner seinen Schreibratgeber »The Art of Fiction« und dürfte damit gleich zu Beginn einige Leser vor den Kopf stoßen. Gardner, Autor von Romanen wie »Grendel« und Lehrer für Kreatives Schreiben, war ein Mann mit Überzeugungen, wie auch seine kontrovers aufgenommene Essaysammlung »On Moral Fiction« zeigt. In »The Art of Fiction« plädiert er nicht nur dafür, dass Autoren, ein Literaturstudium absolvieren sollten, er schaut auch immer wieder auf Comics oder bestimmte Genres herab und setzt stattdessen voraus, dass man sich mit Shakespeare, Chaucer und Homer auskennt.
Das mag auf den ersten Blick abschreckend und elitär wirken, »The Art of Fiction«erweist sich letztlich aber doch als erstaunlich zugänglicher, undogmatischer und vor allem hilfreicher Ratgeber. Gardner erläutert nicht nur anschaulich seine Auffassung von Literatur als einem Traum, den der Autor dem Leser bietet, er zeigt auch konkrete Beispiele zum Plotten und macht deutlich, was man als Schreibender besser tun und nicht tun sollte. Dabei geht er nicht bloß auf Dauerthemen wie »Show, don’t tell« ein, sondern widmet sich auch eher vernachlässigten Aspekten wie Reim und Klang und erläuert den Unterschied zwischen Fiktion und Metafiktion.
Fazit: Wer sich vom manchmal herablassenden Tonfall und dem Fokus auf alte weiße Männer (da hilft es auch nicht, dass mal kurz Jane Austen erwähnt wird) nicht abschrecken lässt, kann hier als Schreibanfänger viel lernen und nützliches Wissen finden. Eine Sammlung von Schreibübungen ermuntert dazu, das Gelernte gleich anzuwenden.
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