Bathos – das klingt ein wenig nach verballhorntem Pathos, und damit kommt man der Sache schon recht nahe. Denn ursprünglich wurde mit Bathos Poesie bezeichnet, die zum Großen, Ernsten, Erhabenen, Wahren und Würdigen ansetzt – aber dabei scheitert und gnadenlos abstürzt.
Man kann den Begriff mit »Gesunkenheit« oder »Niedrigkeit« übersetzen, vor allem im englischen Sprachraum bezeichnet er mittlerweile nicht mehr nur das unfreiwillige Scheitern beim Versuch, große Kunst zu schaffen, sondern ein rhetorisches Stilmittel, das man bewusst einsetzen kann, etwa um Komik zu erzeugen. Dabei wird ein Kontrast zwischen Hohem und Niedrigem angestrebt. Wikipedia gibt als Beispiel folgenden Satz an, der das Prinzip gut veranschaulicht:
»Die Explosion zerstörte alle Häuser auf der anderen Straßenseite und meinen Briefkasten.«
Schöner ist aber sicherlich dieses Zitat aus Douglas Adams’ »The Hitchhikers’ Guide to the Galaxy«:
»Why are people born? Why do they die? And why do they spend so much of the intervening time wearing digital watches?«
Von Bathos kann man auch abseits der Literatur immer dann sprechen, wenn das Ernsthafte ins Triviale kippt, es rückt damit in die Nähe von absurdem Humor, Kitsch und Camp. Weitere Beispiele wären etwa der Druck von Leonardos letzten Abendmahl auf Küchentücher oder zahlreiche Filmszenen, in denen eine Bedrohung durch einen lustigen Spruch oder einen visuellen Gag aufgelöst wird.
Kanntest du den Fachbegriff für dieses Stilmittel schon? Nutzt du es manchmal in deinen Geschichten?
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