»Wenn ihr das wirklich hören wollt, dann wollt ihr wahrscheinlich als Erstes wissen, wo ich geboren bin und wie meine miese Kindheit war und was meine Eltern getan haben und so, bevor sie mich kriegten, und den ganzen David-Copperfield-Mist, aber eigentlich ist mir gar nicht danach, wenn ihr’s genau wissen wollt.« (J. D. Salinger: Der Fänger im Roggen)
Der Skaz (vom russischen »skazat« = »sagen«) ist ein Erzählstil, der seine Ursprünge in der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts hat. Bezeichnend ist, dass der Erzähler als Persönlichkeit stark in den Vordergrund rückt und dabei auf für den mündlichen Sprachgebrauch typische Muster zurückgreift (Umgangssprache, Slang, fehlerhafte Sprache). Meist verfügt der Erzähler über einen begrenzten Erfahrungshorizont, seine Weltsicht und Sprache sind stark von seinem Milieu geprägt. Das zeigt sich u. a. in Form von Unwissenheit, Abschweifungen oder subjektiven Bewertungen.
Oftmals findet eine Art Dialog zwischen Erzähler und Leser statt, der Leser wird direkt angesprochen und häufig geduzt. Der Text wirkt dadurch spontan und »unliterarisch«, es entsteht der Eindruck, man würde zuhören statt lesen.
Klassische Skaz-Texte stammen zum Beispiel von Gogol, später eigneten sich US-amerikanische Autoren diesen Erzählstil an, etwa Mark Twain in »Huckleberry Finn« oder J. D. Salinger in »Der Fänger im Roggen«. Ebenso könnte man Christian Krachts »Faserland« oder die Brenner-Krimis von Wolf Haas als eine Art Skaz verstehen.
Wichtig ist es, Skaz von der erlebten Rede abzugrenzen. Während der Erzähler beim Skaz ein Eigenleben hat, greift er bei der erlebten Rede lediglich die Figurensprache auf und eignet sich diese zu einem gewissen Grad an.
Kennst und magst du Geschichten, die Skaz nutzen? Oder hast du schon einmal einen Text in diesem Erzählstil geschrieben?
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