Auslassungszeichen

Für einige Verwirrung sorgen immer wieder die Auslassungszeichen, darunter die Auslassungspunkte und der Auslassungsstrich. Hat man sich jedoch einmal mit ihren Eigenheiten vertraut gemacht, bieten sie eine tolle Möglichkeit, allein durch Zeichensetzung Akzente zu setzen und Nuancen des Textes herauszuarbeiten. Zeit für einen kleinen Überblick!

Auslassungspunkte

Die Auslassungspunkte sind streng genommen nicht drei einzelne Punkte, sondern ein eigenes Zeichen, das auch Dreipunkt genannt wird. Es ist das übliche Zeichen, um Auslassungen zu markieren, sein Gebrauch wird zum Beispiel in den Amtlichen Rechtschreibregeln und im Duden beschrieben.

Die Auslassungspunkte zeigen an, dass Wort-, Satz- oder Textbestandteile fehlen. Wichtig ist hierbei, dass die Punkte ohne Leerzeichen geschrieben werden, wenn sie für einen Wortbestandteil (1) stehen. In den anderen Fällen (2 und 3) muss hingegen ein Leerzeichen gesetzt werden, die Punkte haben dann keinen Kontakt zu Buchstaben.

1) So ein blödes A…!

2) Was soll denn dieser …?

3) Das wird man ja wohl noch sagen dürfen …

Zu beachten ist auch: Der Satzpunkt fällt nach den Auslassungspunkten weg, Frage- und Ausrufezeichen bleiben aber erhalten. Außerdem werden in Sätzen mit Auslassungspunkten die Kommas so gesetzt, wie man sie auch ohne Auslassungen setzen würde (4).

4) Der Wasserhahn in der Küche macht ewig tropf, tropf, tropf, tropf …, bis Karl sich endlich aufrappelt und ihn zudreht.

Auslassungsstrich

Über den Auslassungsstrich findet man hingegen nichts in den Amtlichen Rechtschreibregeln, und auch vom Duden wird er vernachlässigt. Beide Regelwerke geben vor allem Auskunft über Rechtschreibung und Grammatik, typografische Feinheiten oder der belletristische Einsatz von Satzzeichen werden dort jedoch in der Regel nicht behandelt.

Aber wer in einen Typografie-Ratgeber oder so manchen Roman schaut, wird doch vermutlich Auslassungsstriche entdecken können. Genau wie die Auslassungspunkte dienen sie dazu, fehlende Wort- (5) und Satzteile (6) zu markieren.

5) So ein blödes A–!

6) Ach, fahr doch zur –

Zur Markierung fehlender Textbestandteile wie in Beispiel 3 werden sie meiner Einschätzung nach jedoch eher nicht verwendet.

Wann nutzt man welches Auslassungszeichen?

Die Frage, welches Zeichen verwendet wird, ist keine grammatische, sondern vor allem eine ästhetische und stilistische. Während manche Autoren durchgehend die Punkte verwenden, variieren andere in ihrem Text. Allgemein sagt man, dass die Auslassungspunkte zögernder und nachdenklicher wirken, während der Strich für eine abrupte Unterbrechung steht.

7) Aber wenn sie die Wahrheit gesagt hat und wirklich fliegen kann, dann hieße das ja …

8) »Ich sag es dir jetzt noch mal: Das war nicht meine Schuld mit dem –«

»Nee, Freundchen, du bist jetzt mal schön still! Ich bin an der Reihe!«

Vor allem in Dialogen oder bei der Gedankenwiedergabe können die Zeichen helfen, den Ton zu setzen, ohne das viel erklärt werden muss. Ihr Gebrauch ist jedoch nicht streng geregelt und ist abhängig von subjektiven ästhetischen Empfindungen. Für Autoren ist wichtig, dass sie die Zeichen nicht beliebig nutzen, sondern ein Gespür für ihre jeweilige Wirkung im Kontext entwickeln.

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