Heißt es »im Dunkeln« oder »im Dunklen«? Der folgende Beitrag ist hoffentlich erhellend und sorgt dafür, dass du nicht länger im Dunkeln tappst.
Allgemein gilt: Adjektive auf -el wie »heikel« und »dunkel« verlieren bei der Deklination ein e, üblicherweise das e vor dem l. Es heißt also »eine heikle Angelegenheit« oder »ein dunkles Bier«. So wird vermieden, dass bei »heikele« oder »dunkeles« zwei unbetonte Silben aufeinanderfolgen.
Früher war jedoch üblich, das e nach dem l zu tilgen, etwa bei »im dunkeln Hain«. Dies wirkt mittlerweile allerdings altmodisch und wird selten gemacht.
Bei Ausdrücken wie »im Dunkeln tappen« und »im Dunkeln sitzen« wird das Adjektiv substantiviert. Außer bei Redewendungen wie »im Dunkeln ist gut munkeln«, wo es auch auf den Reim ankommt, finden sich im Sprachgebrauch dabei beide Varianten, das getilgte e vor und nach dem l.
»im Dunkeln« wird allerdings deutlich häufiger verwendet, bei der Substantvierung wird also im Prinzip eher die altmodische Form des Adjektivs genutzt.
Was der allgemeine Sprachgebrauch dabei nicht widerspiegelt, ist eine Bedeutungsnuance, die zum Beispiel das Deutsche Universalwörterbuch angibt: »im Dunkeln« bezieht sich demnach auf etwas nicht Helles, etwas ohne Licht. »im Dunkeln tappen« wird hier als Beispiel genannt. »im Dunklen« hingegen bedeutet, dass etwas unklar ist, bspw. in dem Ausdruck »jemanden im Dunklen lassen«. (Ich muss gestehen, ich finde diese Unterscheidung eher verwirrend, weil sie gar nicht den metaphorischen Gebrauch des Worts berücksichtigt, bei dem das bildhafte Fehlen von Licht und die gemeinte Ungewissheit zusammenfallen können.)
Beide Varianten sind also möglich und sind mehr oder weniger gleichbedeutend. Sie müssen jedoch vom Substantiv »das Dunkel« unterschieden werden, das gehoben für »Dunkelheit« benutzt und ohne n am Ende geschrieben wird: »im Dunkel der Nacht«.
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