Die einen lieben sie, die anderen fürchten sie: die Überarbeitung. Vielen Autoren fällt es schwer, Abstand zum eigenen Text zu gewinnen. Hier ein paar Tricks.
- Finde den richtigen Zeitpunkt zum Überarbeiten: Bevor du kritisch auf deine Geschichte blickst, solltest du sie zuerst schreiben. Beginne mit der Überarbeitung am besten erst, wenn du eine längere Passage, ein Kapitel oder das ganze Buch zu Ende geschrieben hast. Vor allem am PC ist es verführerisch, nach oben zu scrollen und das gerade Geschriebene zu überprüfen. Das kann beim Schreiben bremsen. Auch zu lange mit der Überarbeitung zu warten, kann hinderlich sein. Es besteht die Gefahr, dass du das Interesse an dem Manuskript verlierst und bereits zum nächsten Projekt weiterziehst.
- Spüre dem Klang deiner Geschichte nach: Um eine neue Perspektive zu gewinnen, lohnt es sich, dein Manuskript laut vorzulesen – entweder dir selbst oder vor Publikum. So bekommst du einen besseren Eindruck vom Sound und kannst wichtige Fragen klären: Was klingt noch holprig? Sind die Dialoge authentisch? Ist der Rhythmus abwechslungsreich?
- Gib deinem Text eine neue Form: Das Äußere deines Textes zu ändern, kann dabei helfen, neue Einblicke zu erhalten. Wenn du mit der Hand schreibst, tippe dein Manuskript ab. Wenn du direkt am PC schreibst, ändere die Schriftart oder drucke die Geschichte aus. So nimmst du den Text als fremd wahr und spürst leichter problematische Stellen auf.
- Überarbeite an einem ungewohnten Ort: Ein neuer Arbeitsplatz, etwa in einem Café oder in der Natur, können für frischen Wind sorgen und dir neuen Input bescheren.
- Entdecke Muster in deinem Manuskript: Drucke deinen Text aus, tapezier damit die Wände, breite ihn auf dem Wohnzimmerteppich aus oder hänge ihn an eine Wäscheleine. Vor allem wenn du bestimmte Aspekte (Figuren, Dialoge, Leitmotive) farbig markierst, kannst du dir so einen guten Überblick verschaffen. Ist eine Nebenfigur zu präsent oder verschwindet plötzlich aus der Geschichte? Fehlt es dem Mittelteil an Dialogen? Solltest du ein wichtiges Motiv im Finale noch einmal aufgreifen?
Welche Tipps hast du noch, um einen frischen Blick auf das eigene Manuskript zu bekommen?
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