Immer wieder wird online darüber diskutiert, ob man in einem Roman »Iriden« schreiben darf. Für Uneingeweihte: Das ist der Plural von»Iris«, also der Regenbogenhaut, und obwohl die Mehrzahl laut Duden selten ist, finden sich die »Iriden« doch recht häufig, vor allem in Fanfiction oder Romanen mit Fokus auf Romantik, wenn die Augenfarbe einer Figur beschrieben wird.
Da ich Romance und verwandte Genres nicht lektoriere, kommen mir die »Iriden« eher selten unter. Ich nehme einfach mal hin, dass manche Autoren und Leser in diesem Bereich das Wort für schön und sinnvoll erachten. Andere Genres, andere ästhetische Vorstellungen.
Abseits davon würde ich »Iriden« in den meisten Fällen im Lektorat allerdings anstreichen. Der Ausdruck mag zwar präziser sein als »Auge«, allerdings ist es üblich, einfach von der Farbe der Augen zu sprechen und einen Teil mit dem Ganzen zu bezeichnen. Bei blauen Augen wird wohl kaum jemand an blaue Augäpfel denken (es sei denn, man ist Dune-Fan).
Die Sprache wäre hier nicht nur auf Kosten der Verständlichkeit unnötig genau, das Wort »Iris« ist zudem einem speziellen Sprachregister zugehörig: »Gebrauch: Medizin« gibt der Duden an, es handelt sich also um ein Wort, das tendenziell eher in einem fachsprachlichen Kontext genutzt wird.
Und diese Assoziation kann man sich durchaus zunutze machen: Wenn in einer SF-Geschichte Iriden gescannt oder manipuliert werden, macht der wissenschaftliche Ausdruck sicherlich Sinn. Man kann sich auch einen Augenarzt-Serienkiller vorstellen, der fasziniert über Iriden sinniert …
In alltäglichen Situationen würde ich allerdings eher auf »Iriden« verzichten und gut überlegen, ob die Sprache zu Figur und Geschichte passt.
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