Bei dem Titel könnte man zwar meinen, ich würde etwas aus meinem Leben erzählen wollen – aber nein, es geht bloß um ein paar Eigenheiten des Wörtchens »Herr«.
- Maskuline Substantive, die eine Person oder ein Tier bezeichnen, enden in der Regel außer im Nominativ Singular auf -en. Beispiel: »der Bär« wird in allen anderen Fällen zu »Bären«. Bei »Herr« ist das anders: Im Singular Genitiv, Dativ und Akkusativ heißt es üblicherweise »Herrn«. (Der Duden scheint da aber unentschlossen, ob »Herren« im Singular nun falsch oder einfach selten ist.)
- Folgt auf eine Anrede, einen Titel oder eine Verwandtschaftsbezeichnung ein Name, wird üblicherweise nur der Name zum Schluss flektiert. Beispiele: Fräulein Smillas Gespür für Schnee (nicht »Fräuleins«). Onkel Hermanns schlechte Witze (nicht »Onkels«). König Ludwigs Schlösser (nicht »Königs«). Auch hier tanzt der Herr wieder aus der Reihe, es heißt zum Beispiel: Herrn Müllers Katze.
- Steht allerdings noch ein Artikelwort davor, wird nur »Herr« flektiert, nicht aber der Name. Beispiel: die Katze des Herrn Schmidt.
- Offiziell muss auf einem Brief bei der Anschrift »Herrn XY« (Akkusativ) stehen, es ist ein Überbleibsel des früher üblichen »An Herrn XY«.
- Bei der Wendung »Herr der Lage sein« bleibt der Herr im Singular, auch wenn das Subjekt im Plural steht. Beispiel: Wir waren nicht mehr Herr der Lage und alles ist zusammengebrochen.
- »herrjemine« ist eine Zusammenziehung aus »Herr Jesu Domine«.
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