Tipps zum Testlesen

Das Testlesen ist eine großartige Möglichkeit für Autoren, zu sehen, wie ihr Manuskript bei Lesern ankommt. Ist die Handlung logisch und nachvollziehbar? Die Figuren glaubwürdig? Der Twist am Ende überraschend?

Aber auch für die Testleser selbst bietet sich eine tolle Chance: Sie können nicht nur unveröffentlichte Texte lesen und unbekannte Autoren entdecken, sondern sind auch aktiv an der Entstehung des Manuskripts beteiligt.

Aus eigener Erfahrung weiß ich allerdings, dass es bei einer Zusammenarbeit zu Missverständnissen und Konflikten kommen kann. Hier ein paar Tipps, wie man das umgehen kann:

Für Autoren

  • Mache dir bewusst, was du von deinen Testlesern erwartest, und kommuniziere das. Wünschst du dir zum Beispiel detaillierte Kommentare oder reicht dir ein zusammenfassendes Feedback? 
  • Sei realistisch mit deinen Anforderungen. Das Testlesen macht zwar im besten Fall Spaß, ist aber zeitaufwendig und wird nicht bezahlt. Erwarte also nicht, dass die Leser Lektoratsaufgaben übernehmen und nach Rechtschreibfehlern suchen.
  • Mache es deinen Testlesern einfach. Du kannst beispielsweise einen Fragebogen anfertigen, der es leichter macht, Stärken und Schwächen des Textes abzufragen.
  • Zeige deine Wertschätzung. Ein kleines Danke per Mail solltest du den Lesern nach getaner Arbeit mindestens zukommen lassen, bei besonders guter Zusammenarbeit ist sicherlich auch eine Erwähnung in der Danksagung im fertigen Buch drin.
  • Ziehe klare Grenzen. Du musst dich gegenüber Testlesern nicht rechtfertigen oder erklären. Es ist deine Geschichte und letztlich entscheidest du allein, wie du sie schreibst.
  • Trenne dich von Testlesern, mit denen die Chemie nicht stimmt. Falls du mit der geäußerten Kritik nichts anfangen kannst oder dich unwohl fühlst, beende die Zusammenarbeit. 
  • Nimm Kritik nicht persönlich. Auch wenn es unangenehm ist, auf Schwächen im Manuskript hingewiesen zu werden, und nicht jedes Feedback sachlich formuliert ist, solltest du professionell bleiben und die Kritik als das sehen, was sie ist: eine Einzelmeinung.

Für Testleser

  • Bleibe bei dir und verallgemeinere nicht. Kritik ist leichter zu akzeptieren, wenn sie von einem persönlichen Standpunkt aus formuliert wird. Generalisierende Aussagen wie »Das macht man so nicht!« können hingegen verunsichern und sind oft auch nicht korrekt.
  • Sei kritisch, aber nicht respektlos. Schwächen im Text auzuzeigen ist wichtig, zugleich solltest du aber dazu ermuntern, diese auszubessern, und nicht die Autoren demotivieren. Es hilft, sich vor Augen zu halten, dass das Manuskript ein Work in Progress ist, es muss und kann nicht perfekt sein.
  • Respektiere die Vision der Autoren und schreibe nicht um. Auch wenn es dir in den Fingern juckt und dir tolle Einfälle beim Lesen kommen, mische dich nicht zu sehr ein und versuche zu verstehen, was die Autoren ausdrücken wollen.
  • Lobe Aspekte, die dir positiv auffallen. Die Stärken eines Textes nimmt man manchmal einfach so hin, dabei ist es genauso wichtig, diese herauszustellen, damit die Autoren sehen, was schon funktioniert und gut ankommt.

Wie sind deine Erfahrungen als oder mit Testlesern? Hast du noch weitere Tipps für eine erfolgreiche Zusammenarbeit?

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