Wie würdest du es schreiben? Ich habe gestern den »Herrn der Ringe« geguckt? Oder: Ich habe gestern »Der Herr der Ringe« geguckt? Vielleicht ganz anders?
Die Schreibung von Werktiteln kann für Verwirrung sorgen, aber der Duden hat ein paar Empfehlungen.
- Üblicherweise markiert man Werktitel, indem man sie z. B. in Anführungszeichen oder kursiv setzt (Uwe liest heimlich »Fifty Shades of Grey«.). Bei allgemein bekannten Werken kann man darauf verzichten (Uwe sagt, sein Lieblingsbuch sei Goethes Faust).
- Der Duden empfiehlt, Werktitel zu beugen. Der gebeugte Artikel wird dann nicht als Teil des Titels markiert (Ich habe gestern den »Herrn der Ringe« geguckt.). Soll der Titel wörtlich beibehalten werden, wird dazu geraten, z. B. ein Substantiv voranzustellen (Ich habe gestern den Film »Der Herr der Ringe« geguckt.).
- Das erste Wort eines Werktitels wird großgeschrieben, auch wenn flektiert wird (Den »Kleinen Vampir« liest sie nur bei Tageslicht.).
- Ist der Werktitel ein Wort im Plural, steht auch das Prädikat im Plural (»Die Chroniken von Narnia« sind irgendwo im Bücherschrank verschollen.). Bilden mehrere Einzelsubjekte den Titel, verwendet man den Singular (»Cap und Capper« bringt mich immer zum Weinen.).
Entgegen der Duden-Empfehlung werden Werktitel aber immer häufiger nicht gebeugt und auch ohne erläuternde vorangestellte Substantive gebraucht. Das könnte daran liegen, dass man Titel als Markennamen begreift, die nicht verändert werden sollten.
Meiner Meinung nach kann es zudem gestelzt klingen oder redundant wirken, wenn man das Werk mit Wörtern wie »Film«, »Roman« etc. zusätzlich umschreibt und nicht einfach den Titel nennt.
Wie verwendest du Werktitel im Alltag und beim Schreiben? Was klingt für dich am natürlichsten?
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