Der Aila-Test — Repräsentation von indigenen Frauen

Der Bechdel-Test, mit dem man anhand von drei Fragen einen Eindruck davon gewinnen kann, wie Frauen in einem Film, einem Roman oder einer anderen Geschichte repräsentiert werden, dürfte mittlerweile vielen bekannt sein.

Eine Variante des Tests möchte kritisch die Repräsentation von indigenen Frauenfiguren hinterfragen. Der Aila-Test (manchmal auch nach seiner Erfinderin Ali-Nahdee-Test genannt) besteht ebenfalls aus drei Fragen, die mit Ja beantwortet werden müssen, damit der Test als bestanden gilt:

  • 1) Ist die indigene Frau eine Hauptfigur?
  • 2) Verliebt sie sich NICHT in einen weißen Mann?
  • 3) Wird sie im Lauf der Geschichte NICHT vergewaltigt oder ermordet?

Benannt ist der Aila-Test nach der Heldin aus dem Film »Rhymes for Young Ghouls«, einer Figur, die den Test besteht. Andere Beispiele wären die Heldinnen aus Filmen, Serien und Videospielen wie »Whale Rider«, »Vaiana«, »Never Alone« oder »The Legend of Korra«. Eine empfehlenswertes Fantasybuch, in dem die Heldin den Aila-Test ebenfalls mühelos besteht, ist »Elatsoe« von Darcie Little Badger. 

Und wer fällt durch? Die Liste ist lang, aber unter anderem finden sich dort der Disney-Film »Pocahontas« oder das Spiel »Assassin’s Creed III«.

Wie beim Bechdel-Test trifft der Aila-Test keine Aussagen darüber, ob ein Film, ein Roman oder ein Videospiel gut oder gelungen ist – aber er kann dabei helfen, Stereotype und Klischees zu hinterfragen, und somit zu einer vielfältigen Repräsentation beitragen.

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